WR vom 16.01.2017

Mit 1600 Litern Luft über die Strecke

Wer bei der Feuer- wehr Atemschutz- geräte tragen will, muss sich einmal im Jahr einem Tauglichkeitstest unterziehen. Über das ganze Jahr werden dazu Wiederholungsprüfungen der Atemschutzgeräteträger angeboten, bei der sich die Feuerwehrleute neu beweisen müssen.

von Selina Kaiser für die » Werra Rundschau


Am Samstag war großer Prüfungstag in Eschwege:
Zahlreiche Feuerwehrmitglieder verschiedener Wehren aus dem Kreis stellten sich unter der Leitung der Atemschutzgerätewarte Nicole John, Ralf Rathgeber und Jürgen Wagester sowie Kreisausbilder Michael Sennherm dem Belastungstest.
Los ging es im Vorbereitungsraum: Hier mussten sich die Feuerwehrleute für ihren Einsatz fertigmachen, dazu gehört zum einen das richtige Anlegen der Schutzkleidung, die einem Feuer acht Sekunden lang standhalten muss, und die Einsatzkurzprüfung der Atemschutzgeräte. Die Vorbereitungen wurden genau von Betreuerin Nicole John über-wacht, schließlich musste für die an-schließende Übung alles richtig sitzen.

Dann ging es für die Prüflinge in den Arbeitsraum, in dem verschiedene Übungen absolviert werden mussten. „Alles ist auf eine Gesamtleistung von 80 Kilojoule ausgelegt", berichtete Stadtbrandinspektor Lothar John. Auf dem Laufband mussten 200 Meter bei einem Tempo von sechs Stundenkilometern und einer zehnprozentigen Steigung absolviert wer-den, dann ging es für die Feuerwehrmänner an das Schlaggerät. Hier galt es 25 Kilogramm dreißigmal zu ziehen.
Als Nächstes wartete die Tankanlage auf die Prüflinge. Durch den ersten Einstieg mussten die Feuerwehrleute, indem sie das Atemschutzgerät abzogen und es mit sich durch den röhrenförmigen Tank bis zum Ausstieg führten. Anschließend wurde das Gerät wieder aufgezogen und eine Lagemeldung abgesetzt, bevor es in die vernebelte Strecke ging.

Über eine kleine Leiter und ein Fenster bestiegen die Feuerwehrfrauen und -männer eine weitere Röhre mit einer Länge von zweieinhalb Metern. In der insgesamt 40 Meter langen Strecke mussten sie verschiedene Hindernisse wie beispielsweise Schrägen und Engen bewältigen.
Ralf Rathgeber überwachte das Geschehen aufmerksam im Kontrollraum mithilfe einer Wärmebildkamera. Zusätzlich zeigen Trittplattenkontakte die genaue Position der zwei Prüflinge in der Strecke an, so kann im Notfall sofort eingegriffen werden. Wird der Notknopf gedrückt, ist die Strecke binnen zwei Minuten nebelfrei, alle Gitter des Parcours sind jederzeit herausnehmbar.

Nach dem Absolvieren der Strecke war das Schlimmste geschafft, jetzt wartete nur noch das Steigen auf der Endlosleiter über 15 Meter und das Armergometer über eine Minute und 40 Sekunden auf die Prüflinge. Wer dann noch Luft in seiner Flasche hatte, hatte die Prüfung erneut bestanden.
Durchschnittlich fasst eine Flasche dank Komprimierung auf zehn Bar etwa 1600 Liter Atemluft. Das Steuerventil und der Lungenautomat sorgen dann für den passenden Druck, um sie einatmen zu können. „Man muss schon ein bisschen sportlich sein, um den Durchgang zu bewältigen", sagte John.


Atemschutzge-
räteträger

Der Abstieg. In diesem Teil der Prüfung mussten die Feuerwehrleute die Sauerstoffflasche abnehmen und diese mit sich durch einen schmalen Gang bugsieren.


Atemschutzge-
räteträger

Im Kriechgang. Mit der Sauerstoffflasche in der Hand mussten sich die Prüflinge durch einen engen Gang schlängeln.


Atemschutzge-
räteträger

Viel Kraft. Am Schlaggerät mussten die Feuerwehrleute 25 Kilogramm 30-mal ziehen.


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