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125 Jahre oder 5 x 25 Jahre

Die Feuerwehrveteranen: Karl Buchbach, Julius Menthe, Wilhelm Pfeil
Die Feuerwehrveteranen: v. l.
- Karl Buchbach, Julius Menthe, Wilhelm Pfeil
Mehr als 150 Jahre sind vergangen, seit in Deutschland, und zwar im badischen Durlach, die erste "Freiwillige Feuerwehr" gegründet wurde. In unserer Region entstand in Eschwege im Jahr 1861 die erste Wehr, die sich aus den Mitgliedern des Turnvereins 1861 unter Führung von Wilhelm Döhle bildete. Dieser Kamerad war es auch, der in den Gemeinden des Kreises unermüdlich und erfolgreich für den Feuerwehrgedanken warb. Reichensachsen stellte 1869 eine Wehr auf. Und am 18. Juni 1871 folgte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Grebendorf, die sich aus 54 Mitgliedern, sechs Chargierten (qualifizierte Wehrangehörige), fünf Hornisten, vier Steigern, sechs Rettern, zwei Rohrführern und 31 Pompiers (gemeine Wehrangehörige), zusammensetzte.
Besonders Jakob Hillebrand hatte sich um das Entstehen der Wehr große Verdienste erworben,nicht zuletzt deshalb wählte man ihn auch zum ersten Feuerwehrhauptmann.

Mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Grebendorf wurde sozusagen ein Stück der Steinschen Reformen verwirklicht, indem der Feuerschutz, der bis dahin durch klare Anweisungen der Landesfürsten geregelt war, eigenverantwortlich von der Gemeinde übernommen und freiwillig von den Bürgern der Gemeinde - es waren zunächst nur Männer- gewährleistet wurde.
Es war also eine "Freiwillige Feuerwehr" entstanden, und der Name und das Prinzip der Freiwilligkeit haben auch heute noch bestand. 54 Gründungsmitglieder waren es damals.

Als erste Ausrüstung stellte die Gemeinde eine Saugspritze, sechs Leitern und zwölf Steigerausrüstungen zur Verfügung. Jakob Hillebrandt war Gründer und erster Feuerwehrhauptmann, wie es damals noch hieß - von 1871 bis 1873 -. Ihm folgten: Emil Rexroth von 1873 bis 1877 Wilhelm Hellwig von 1877 bis 1890 Otto Menthe (Schloßmenthe) von 1890 bis 1901
Das 25jährige Jubiläum wurde 1896 gefeiert, die Mitgliederzahl war auf 125 gestiegen.


Im Jahre 1901 übernahm ein 26jähriger Feuerwehrmann die Führung der Feiwilligen Feuerwehr und gab sie erst in 1934 mit dem Erreichen der Altersgrenze, die damals auf 60 Jahre festgesetzt war, wieder ab. Er hieß Julius Menthe. Während seiner 33jährigen Amtszeit als Feuerwehrhauptmann und Kommandant führte er die Wehr durch wechselvolle Zeiten. Beim Ausbruch des ersten Weltkrieg herrschte eine unglaubliche Begeisterung, der sehr bald die Ernüchterung folgte, als die Hoffnung auf einen Sieg und ein schnelles Ende des Krieges schwand und die ersten Todesnachrichten von gefallenen Soldaten in der Heimat eintrafen. Auch viele Männer der Freiwilligen Feuerwehr haben im Krieg ihr Leben verloren. Das 50jährige Jubiläum im Jahre 1921 fiel in diese Zeit, in der auch das Geld seinen Wert verlor, die Inflation begann und 1923 den Höhepunkt erreichte. Eine Jubiläumsfeier fand unter diesen Umständen begreiflicherweise nicht statt. Julius Menthe
Feuerwehrhauptmann und Kommandant
Julius Menthe
60 Jaher Jubiläum
1931 - 60jähriges Jubiläum
Im Jahre 1931, in einer von wirtschaftlicher Not und politischen Krisen geprägten Zeit, feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 60jähriges Jubiläum. Es war auch zugleich das 30jährige Dienstjubiläum ihres Kommandanten Julius Menthe. Die Vermutung liegt nahe, daß dieses Jubiläum den Ausschlag gegeben hat, in schwieriger Zeit trotzdem ein Doppeljubiläum zu feiern. Damit wollte die Freiwillige Feuerwehr ihrem langjährigen Kommandanten Anerkennung und Dank zollen für seinen engagierten Einsatz und seine Führungsqualitäten in drei Jahrzehnten. Im Jahre 1934 übernahm Karl Hellwig das Kommando zu einer Zeit, als die demokratische Weimarer Republik abgelöst worden war durch das sogenannte Dritte Reich der nationalsozialistischen Herrschaft. In den Anfangsjahren dieser Herrschaft besserten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse. Die Modernisierung der Wehr begann.

Im Jahre 1936 wurde die erste Motorspritze übergeben. Im Zuge der Gleichschaltung und Uniformierung wurden auch die vertrauten blau-weiß gestreiften Kittel der Feuerwehrmänner durch blaue Uniformen ersetzt.


Zu Beginn des 2.Weltkrieges im Jahre 1939 wurde der Kommandant Karl Hellwig zum Kriegsdienst einberufen. Als sein Stellvertreter führte Karl Jacob die Wehr bis zum Kriegsende 1945.

Wie stark der Einfluß von Partei und Staat auf das gesamte gesellschaftliche Leben besonders in den Kriegsjahren war und auch die Feuerwehr betraf, zeigt ein Dokument vom 23.Mai 1943, das von 65 Feuerwehrmännern unterschrieben worden ist. Darin heißt es:

"Verhandlung über die Unterstellung von Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr unter die SS- und Polizeigerichtsbarkeit. Die nachstehend aufgeführten Angehörigen der Feuerwehr erklären durch ihre Unterschrift, darüber belehrt worden zu sein, daß sie der SS- und Polizeigerichtsbarkeit unterliegen, daß alle Straftaten, die im Feuerwehrdienst, im Bezug auf den Feuerwehrdienst oder in Uniform von ihnen begangen werden, unter die Sondergerichtsbarkeit der SS- und Polizeigerichte fallen. Sie erklären weiter, daß sie damit den militärischen Strafgesetzen unterliegen und somit auch unerlaubte Entfernung, Beleidigung eines Vorgesetzten, Ungehorsam, Gehorsamsverweigerung, Widersetzung, Erregen von Mißvergnügen, Untergrabung der Manneszucht, usw. strafrechtlich geahndet werden können."

Von Selbstbestimmung und Selbstverwaltung und vom Prinzip der Freiwilligkeit kann hier keine Rede mehr sein in einem totalitär geführten Staat. Wieder fiel ein markantes Jubiläum, das 75jährige, im Jahre 1946 in eine Nachkriegszeit, in der die Besatzungsmächte regierten und wirtschaftliche Not im Land herrschte. Auch diesmal fand, wie nach dem 1.Weltkrieg, keine Jubiläumsfeier statt.


1951 - 80jähriges Jubiläum
1951 - 80jähriges Jubiläum
Dafür wurde im Juli 1951 -inzwischen hatte sich die Bundesrepublik konstituiert, der Wiederaufbau hatte begonnen und damit das Wirschaftswunder in den 50er Jahren- von der gesamten Bevölkerung und unter Mitwirkung der örtlichen Vereine das 80jährige Jubiläum umsomehr gefeiert. "Zwei Tage dauerte das Fest. Am Sonntag wurde ein großes Feuerwerk abgebrannt", vermerkte das Protokoll. Fünf Jahre später -im Juni 1956- hatte die Freiwillige Feuerwehr erneut einen Grund zum Feiern. Mit der » Einweihung des Feuerwehrgerätehauses in der Neueroder Straße wurde zugleich das 85jährige Jubiläum gefeiert. In diesem Zusammenhang gab Karl Jacob, der 1945 das Kommando der Wehr übernommen hatte, das Amt des Ortsbrandmeisters an Karl-Otto Grocke ab. Unter seinem Kommando wurde die Modernisierung und Ausrüstung der Wehr verstärkt fortgesetzt.

Das erste LF 8
Das erste LF 8
» 1957 wurde ein neues Löschfahrzeug ( Gruppenbesatzung), das aus einem gebrauchten Postauto in Eigenleistung der Feuerwehrmänner fachgerecht umgebaut worden war, in Betrieb genommen. Dazu übergab ein Jahr später Bürgermeister Hermann Martin eine vollautomatische Vorbaupumpe, damals die modernste dieser Art im Kreis Eschwege.

Karl-Otto Grocke gründete im Jahre 1958 die Schülerfeuerwehr, eine der ersten in Hessen. Sie hat sich später bei Einsätzen bewährt und sich bei Wettkampfübungen mehrfach ausgezeichnet.

Die Löschwasserversorgung in der Gemeinde wurde 1961 durch den Bau einer Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 100 m3 erheblich verbessert. Da die Wehr die Ausschachtungsarbeiten in Eigenleistung übernommen hatte, wurde es der Gemeinde ermöglicht, mit dem so ersparten Geld zusätzlich eine 12 m lange mechanische Leiter zu kaufen.

1963 gab Karl-Otto Grocke, auf dessen Initiative auch die Ausbildung deutlich verbessert worden waren, aus beruflichen Gründen das Kommando ab. Hermann Menthe wurde sein Nachfolger als Ortsbrandmeister und führte die Wehr bis zum Jahre 1972. In seine Amtszeit fielen die zwei Großbrände vom 20. und 22.Juli 1964. In der Scheune des Landwirtes Wilhelm Thoke brach Feuer aus und vernichtete Scheune, Stallungen, Geräte- und Abstellräume bis auf die Grundmauern. Zwei Tage später brannte bei Günther Menthe im Schloß das Stallgebäude aus.
Bei diesen Brandeinsätzen konnte sich die Wehr durch aufopferungsvollen Einsatz und Dank der guten Ausrüstung und der verbesserten Löschwasserversorgung hervorragend bewähren.

In den folgenden Jahren wurde die Schlagkraft der Wehr weiterhin verbessert: durch die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges (LF 8) und durch intensive Ausbildung und Teilnahme an Wettkampfübungen, bei denen sich besonders die Schüler- und Jugendfeuerwehr auszeichnen konnte. Die stabilen politischen Verhältnisse in der Bundesrepublik und die starke Wirtschaftskraft in den 50er und 60er Jahren waren gute Vorraussetzungen dafür, daß der Freiwilligen Feuerwehr Grebendorf eine positive Entwicklung in dieser Zeit bestätigt werden konnte, zumal sie auch durch die Gemeinde und ihre Bürgermeister Hermann Martin und Emil Ziska jederzeit Verständnis und großzügige Unterstützung erfahren hatte. LF 8
LF 8 - Opel Blitz

1971 - 100jähriges Jubiläum
1971 - 100jähriges Jubiläum
In einem guten Ausrüstungs- und Ausbildungszustand konnte somit die Wehr am 12. und 13.Juni 1971 ihr 100jähriges Bestehen feiern. Aus diesem Anlass fand auch der Kreisfeuerwehrverbandstag in Grebendorf statt. In die nun beginnende fünfte und letzte der 25jährigen Etappen fiel gleich zu Beginn die Gemeindegebietsreform. Infolgedessen änderte sich 1972 auch die Struktur der Feuerwehren. In der Großgemeinde Meinhard gab es künftig nur noch einen Ortsbrandmeister, der für alle Ortsteile zuständig war.

Im Ortsteil Grebendorf gliederte sich fortan die Freiwillige Feuerwehr in zwei unterschiedliche Bereiche:
in den feuerwehrtechnischen Bereich und in den Vereinsbereich
Für den Vereinsbereich wurde der bisherige Ortsbrandmeister Hermann Menthe zum ersten Vorsitzenden gewählt, für den feuerwehrtechnischen Bereich Gerhard Hellwig zum Wehrführer, der dieses Amt nur wenige Monate ausüben konnte, weil er plötzlich und frühzeitig verstarb. Gerhard Böttner wurde sein Nachfolger bis 1986. Dann übernahm Willi Jakal und 10 Jahre später Helmut Liewald die Wehrführung.Im Jahr 2007 wurde der 28jährige Matthias Mengel Wehrführer.

In 1976 trat der erste Vorsitzende Hermann Menthe von der Vereinsführung zurück. Daraufhin wurde Karl-Heinz Hehling zum ersten Vorsitzenden gewählt und ist heute nach wie vor in dieser Funktion tätig.


1996 - 125jähriges Jubiläum
1996 - 125jähriges Jubiläum
Die Freiwillige Feuerwehr Grebendorf konnte vom 13.06.1996 bis 16.06.1996 auf ein erfolgreiches 125jähriges Bestehen in einer wechselvollen Zeitgeschichte zurückblicken und stolz darauf sein, daß der Geist der Kameradschaft untereinander, die Einsatzbereitschaft für den Nächsten und das Prinzip der Freiwilligkeit über fünf Generationen hinweg erhalten geblieben sind bis auf den heutigen Tag.

Einige herausragende Ereignisse aus den letzten Jahrzehnten sind noch erwähnenswert: Ende 1973 brachen kurz hintereinander zwei » Großbrände bei Hannpeter Menthe und Fam. Zeuch aus. Durch den beherzten und überlegten Einsatz einer gut ausgebildeten Mannschaft und einer technisch gut ausgerüsteten Wehr konnte ein größerer Schaden vermieden werden. Hier wurde wiederum einmal deutlich, daß sich die Investition der Gemeinde durch die Beschaffung von neuen und modernen Geräten gelohnt und die Wehr eine Schlagkraft erreicht hatte, die es ihr ermöglicht, den Bürgern in Not und Gefahr schnell zu helfen. 1998 konnte die Schülerfeuerwehr ihr 40jähriges und die Jugendfeuerwehr ihr 25jähriges Bestehen zurück blicken. Ein Zeichen für die schon frühe intensive Jugendarbeit und somit Sicherung der Zukunft der freiwilligen Feuerwehr. Mittlerweile hatte sich auch herausgestellt, daß das in 1956 gebaute Gerätehaus den Anforderungen der gut modernisierten Wehr nicht mehr genügte, so daß ein neues und größeres Haus geplant wurde. Nach langer Vorbereitung und bei den immer knapper werdenden Geldern der öffentlichen Hand konnte die Finanzierung, nach Zusage der Feuerwehr sich mit 3800 Stunden Eigenleistung zu beteiligen ,schließlich gesichert werden. (Siehe auch Gerätehaus)


Am 11.01.1997 wurde das neue Gerätehaus offiziell seiner Bestimmung übergeben. Mit Stolz verkündete der damalige Wehrführer Willi Jakal den enormen Eigenleistungsaufwand von über 8000 Std., die von den Feuerwehrleuten in ihrer Freizeit geleistet wurden. Am 3.08.1996 übergab Bürgermeister Hubert Schott der Feuerwehr das neue Löschfahrzeug mit Wassertank ( LF 8/6 ). Dieses Fahrzeug löste das 1968 in Dienst genommene LF 8 nach nunmehr 26 Jahren ab. Gerätehaus 2004
Gerätehaus 2004
innerdeutsche Grenze
Ehemalige Grenze zwischen Thüringen und Hessen
Von einem weiteren erfreulichen Ereignis aus den letzten Jahren wäre noch zu berichten, von einem Ereignis, mit dem niemand, wenn überhaupt so schnell gerechnet hätte:
Von der Grenzöffnung im November 1989!
Hierbei hat die Freiwillige Feuerwehr Grebendorf allein 581 Stunden Dienst geleistet bei verkehrslenkenden Maßnahmen und bei der Betreuung von Bürgern aus der DDR. Die Grenzöffnung bei Großtöpfer führte auch zur Kontaktaufnahme und zur Partnerschaft mit der Wehr aus Kammerforst im benachbarten Thüringen. Diese Partnerschaft besteht noch heute, und beide Wehren tragen sicherlich einen Teil dazu bei, daß im deutsch-deutschen Verhältnis allmählich wieder zusammenwächst, was früher einmal zusammengehörte.

Im Leben der Gemeinde ist die Freiwillige Feuerwehr eine feste Größe und nicht mehr wegzudenken. Sie beschränkt ihre Tätigkeit nicht nur auf den Feuerschutz und die Katastropheneinsätze, sondern ist auch bei vielen anderen Ereignissen im Gemeindeleben aktiv; so z.B. bei der Gestaltung des Heimatfestes, bei der Ausrichtung von Altennachmittagen, bei der Veranstaltung von Gedenkfeiern bei Jubiläen. Für alles, was sie bisher im Dienste der Gemeinschaft und an Hilfe für den Nächsten geleistet hat, hat sie jedenfalls Respekt und unsere Anerkennung und unseren Dank verdient.
Wehrleitung der Freiwilligen Feuerwehr Grebendorf in der Zeit von 1871 bis heute:

1871 bis 1872 Jakob Hildebrand
1873 bis 1876 Emil Rexroth
1877 bis 1890 Wihelm Hellwig
1891 bis 1901 Otto Menthe
1902 bis 1934 Julius Menthe
1935 bis 1945 Karl Hellwig
1946 bis 1956 Karl Jacob
1957 bis 1963 Karl-Otto Grocke
1964 bis 1971 Hermann Menthe
1972 bis 1973 Gerhard Hellwig
1973 bis 1986 Gerhard Böttner
1987 bis 1996 Willi Jakal
1996 bis 2007 Helmut Liewald
2007 bis 2009 Matthias Mengel
2009 bis 2010 Helmut Liewald (kommissarisch)
2010 bis 2012 Helmut Liewald
2012 bis heute Andreas Schüttemeyer
Gruppenbild 2011

Gruppenbild anläßlich der Jahreshauptversammlung im Januar 2011


Text: Willi Jakal, BM

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